Die häufigste akute Komplikation eines Diabetes mellitus ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). In der Regel spricht man von einer Unterzuckerung, wenn der Blutzuckerspiegel unter 70 mg/dl bzw. 3,9 mmol/l sinkt.
Gesunde Menschen bekommen normalerweise keine Unterzuckerungen, da der Körper dies durch das Ausschütten von Hormonen, die den Blutzucker erhöhen, verhindert. Auch Menschen mit Diabetes sind nicht in gleicher Weise gefährdet, eine Unterzuckerung zu entwickeln.
Am geringsten ist das Risiko bei Typ-2-Diabetikern, die ihren Blutzuckerspiegel alleine durch regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung im Griff haben.
Erhöht ist die Wahrscheinlichkeit für Unterzuckerungen dagegen bei Diabetikern, die Insulin spritzen oder Tabletten einnehmen, die die Insulinproduktion anregen. Besonders gilt das für Tabletten aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe (Wirkstoffe z.B. Glibenclamid, Glimepirid). Glinide (Wirksstoffe: Nateglinid, Repaglinid) stimulieren die Insulinausschüttung rascher und weniger lang anhaltend als Sulfonylharnstoffe, welshalb das Unterzuckerungsrisiko bei ihnen geringer ist.
Besonders Hypoglykämie-gefährdet sind Diabetiker, die die Symptome einer Unterzuckerung gar nicht oder zu spät wahrnehmen (Unterzucker-Wahrnehmungsstörung). Dies kann vor allem nach langjährigem Diabetes der Fall sein. Es gibt spezielle Schulungsangebote, die die Unterzucker-Wahrnehmung verbessern (ambulant in diabetologischen Schwerpunktpraxen oder in Diabeteskliniken).
www.diabetes-ratgeber.net;
25.08.2009, aktualisiert am 26.03.2012
Bildnachweis: W&B/Martin Ley
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